04. November 2010
KOBLENZ. „Koblenz wird Vorreiter bei der Elektromobilität im nördlichen Rheinland-Pfalz“, freut sich Andreas Biebricher, Stellvertretender Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion.
Allerdings: Der Koblenzer Stadtrat muss am morgigen Donnerstag das umfangreiche Maßnahmenpaket, das auf der Grundlage des Antrages der CDU vom Mai erarbeitet wurde, noch beschließen. Das positive Votum dürfte aber aufgrund der breiten Zustimmung in den städtischen Gremien außer Frage stehen. Unter Beteiligung des Landes, der Stadt und der Kevag soll in den nächsten drei Jahren eine halbe Million Euro in die E-Mobilität investiert werden.
Biebricher, auch Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, erklärt: „Es gibt eine Fülle von Vorteilen ökonomischer und ökologischer Art: Im Großen ist das die geringere Abhängigkeit vom Öl und ein Innovationsschub für die deutsche Wirtschaft, der viele Arbeitsplätze schaffen wird. Aber auch den Kommunen bringt das Thema viel: Elektrofahrzeuge tragen zum Klimaschutz bei, besonders dann, wenn ihr Strom aus Erneuerbaren Energien kommt, wie wir es in Koblenz machen werden.“ Das passe, so Biebricher, zu dem von der CDU-Fraktion beantragten Klimaschutzkonzept, das zurzeit erstellt werde. Der herkömmliche PKW-Verkehr verursache fast 15 % der CO2-Emissionen. Für die Kommunen sei es wichtig, dass die Belastungen durch Feinstaub, andere Schadstoffe und besonders Lärm zurückgingen.
Obwohl ein CDU-Antrag die Grundlage für die nun bevorstehenden weit reichenden Maßnahmen gewesen sei, wolle man sich nicht nur selbst loben: „Wir sind sehr froh, dass unser Antrag vollständig und in sehr kurzer Zeit umgesetzt wurde. Hierfür danken wir auch der Verwaltung und der Kevag.
Man sieht, dass man gute Ideen umsetzen kann, wenn gemeinsam an einem Strang gezogen wird.“ Bei dem Antrag habe man auch die kurz bevorstehende Bundesgartenschau fest im Blick gehabt, die, so der Umweltsprecher, für viele Dinge ein Katalysator sei.
Durch die Bundesgartenschau werde Koblenz national und teilweise sogar international im Blickpunkt stehen. „Unseren Besuchern, die ja in eine grüne und blühende Stadt kommen, sollten wir zeigen, dass wir eine ökologische und innovative Stadt sind. Gerade vor diesem
Hintergrund würde es Koblenz gut zu Gesicht stehen, wenn wir in der Lage wären, bis zur Buga-Eröffnung Besucher unserer Stadt mit auf Elektromobilität basierenden touristischen Angeboten versorgen zu können wie z.B. Elektrofahrrädern, die man leihen kann.“ Die
Konzepte, die nun auf den Weg gebracht werden sollen, umfassten in erster Linie folgende Ansätze: Es sollen die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen verschiedener Zielgruppen an Mobilität bzw. Elektromobilität untersucht werden. Dazu erfolge eine Auswahl und Erprobung geeigneter Elektro-Fahrzeuge (Pedelecs, Roller, Segways, Pkw, Nutzfahrzeuge). Vonnöten sei auch, eine Kombinationsmöglichkeit von Elektro-Fahrzeugen mit anderen Verkehrsträgern, insbesondere dem ÖPNV zu schaffen, wie z.B. durch
ein Kombiticket, das eine ÖPNV-Fahrkarte und die Ausleihe eines Elektrofahrzeuges umfasse. Wichtigstes Thema, so Biebricher, sei der Aufbau effizienter und funktionaler Ladeinfrastrukturen:
„Was nützen tolle Elektroautos, -roller und -fahrräder, wenn man sie vor Ort nicht aufladen kann?“ Aufgrund der breiten Zustimmung ist der CDU-Fraktionsvize äußerst zuversichtlich:
„Wir wollten den Anstoß dafür geben, dass Koblenz beim spannenden Zukunftsthema Elektromobilität mittendrin statt nur dabei ist. Das haben wir mit vereinten Kräften in kürzester Zeit geschafft.“
Lokalanzeiger, 03.11.2010