Antrag der CDU-Ratsfraktion: Konzept zur Verbesserung der im Schulentwicklungsbericht Teil I und II aufgezeigten Problemfelder

Beschlussentwurf: 

Der Stadtrat möge beschließen, die Verwaltung wird beauftragt ein Konzept zu erstellen, um die im Schulentwicklungsplan Teil I und Teil II aufgezeigten Problemfelder zu verbessern und das zu mehr Chancengerechtigkeit von Kindern in der Bildung führt.

Allen Kindern und Jugendlichen sollen dadurch gleiche Bildungschancen ermöglicht werden, damit Leistung und Talent über die persönliche Zukunft entscheiden und nicht die soziale Herkunft.

Begründung: 

Bereits im Jahre 2015 kommt das Koblenzer Statistische Informations-System bezgl. des Integrationsmonitorings im Handlungsfeld Bildung zu folgenden differenzierten Erkenntnissen, die in der Summe überwiegend negative Entwicklungen und damit einen zunehmenden Handlungsbedarf indizieren und hebt folgende Ergebnisse hervor:

1. Die Übergangsquoten von der Grundschule zum Gymnasium liegen an den Grundschulen mit überdurchschnittlichen Migrantenanteilen um ca. 30%-Punkte unter dem Niveau der übrigen Grundschulen. Besonders stark ausgeprägt ist dabei die Abweichung bei den Kindern ohne ausländische Wurzeln.

2. Die Quote der Schülerinnen und Schüler, die im Verlauf der Sekundarstufe I vom Gymnasium zur Realschule wechseln, liegt bei Migranten um den Faktor fünf höher als bei den Jugendlichen ohne ausländische Wurzeln.

3. Mehr als 40 % der letztjährigen Abgänger von allgemeinbildenden Schulen mit Migrationshintergrund und ausländischer Familiensprache haben höchstens die allgemeine Berufsreife erreicht, 16 % blieben ohne qualifizierten Abschluss und haben dementsprechend geringe Chancen auf eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt.

4. Über 70 % der Migranten, die im Jahre 2014 eines der drei beruflichen Gymnasien in Koblenz verließen, erhielten kein qualifiziertes Abschlusszeugnis. Unter den Abgängern ohne Migrationshintergrund lag die Quote „nur“ bei 24 %.

Der aktualisierte Schulentwicklungsbericht 2017/2018 Teil I (Grundschulen) führt aus:

Die Übergangsquoten von der Grundschule auf eine weiterführende Schule haben sich in den letzten Jahren stabilisiert. Gut 50 % wechseln im Durchschnitt auf ein Gymnasium, zwischen 35 und 37 % auf eine Realschule Plus und rund 10 % auf die IGS.

Diese gesamtstädtischen Übergangsquoten folgen in der innerstädtischen Differenzierung einem altbekannten Muster: Dort, wo der Anteil der Kinder, die in so genannten „Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften“ leben, besonders hoch ist, wechseln unabhängig vom Faktor Migrationshintergrund weniger als 30 % der Viertklässler auf ein Gymnasium. In Grundschulbezirken mit weit unterdurchschnittlichen Quoten von Familien in der Grundsicherung, liegt die Übergangsquote zum Gymnasium bei weit über 60 %.