Vorhandene Liegeplätze für Hotelschiffe reichen nicht aus – CDU-Fraktion stellt Anfrage zur Ausweitung der Wasserraumbewirtschaftung

Die Stadt Koblenz ist durch die Lage an Rhein und Mosel nicht nur in eine überaus attraktive Landschaft gebettet, sondern weiß auch mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen aufzuwarten. Koblenz ist daher bei Touristen aus aller Welt überaus beliebt. Die Besucherzahlen und die jährlichen Übernachtungen bewegen sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. „Viele Touristen kommen auch per Schiff nach Koblenz. Flusskreuzfahrten werden immer beliebter“, weiß die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Koblenzer Stadtrat, Anne Schumann-Dreyer, zu berichten. Die in Koblenz hierfür vorhandenen Anlegeplätze reichten inzwischen allerdings nicht mehr aus.

„Dies wird zunehmend zum Problem. Im Jahr müssen rund 140 Anfragen von Reedereien abgelehnt werden. Der Bedarf ist also höher als die tatsächlich vorhandenen Liegeplätze. Die CDU-Fraktion hat daher im Rat eine Anfrage zu einer möglichen Erweiterung der Wasserraumbewirtschaftung gestellt“, so Fraktionsmitglied Herbert Bocklet. Dabei konnte in Erfahrung gebracht werden, dass seitens des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Koblenz eine Erweiterung der Liegeflächen auf der rechten Moselseite vor der Staustufe bereits im September 2016 mit der Begründung abgelehnt wurde, dass dies die nutzbare Liegestellenlänge für Güterschiffe auf etwa 110 Meter verkürzen würde und somit längere Fahrzeuge nicht mehr anlegen könnten.

„Wir hatten zudem wissen wollen, ob sich eine Verlegung der Frachtschiffe zum linken Moselufer bewerkstelligen ließe, um auf der rechten Flussseite mehr Platz für Hotelschiffe zu schaffen“, fährt die Fraktionsvorsitzende fort. Laut Verwaltung seien die Liegestellen auf der linken Moselseite jedoch aufgrund des schlechten Zustandes der Uferwand für Güterschiffe gesperrt. Eine Verlegung setze daher eine Instandsetzung der Uferwand voraus, welche jedoch mit erheblichen Investitionen verbunden wäre. „Hierzu würden zurzeit bereits Gespräche mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt geführt“, erläutert Herbert Bocklet weiter. Offenbar gibt es auch bereits erste Signale, dass das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt keine Bedenken gegen ein Anlegen von Hotelschiffen in der dritten Reihe habe. Die jetzige Belegungsbreite von 25 Metern (zwei Schiffsbreiten) könnte demnach auf der gesamten Länge der Liegestelle der Stadt um eine Schiffsbreite erweitert werden.

Da die Kapazitäten der vorhandenen Schiffsstromversorgung für ein Anlegen in der dritten Reihe allerdings nicht ausreichen, werden wohl zusätzliche Investitionen beispielsweise für weitere Trafostationen oder neue Leitungen erforderlich sein. Die zu erwartenden Kosten sollen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ermittelt werden. Zunächst wird jedoch geprüft, ob seitens der Reedereien überhaupt Interesse an einem Anlegen in dritter Reihe besteht, da dies nicht zuletzt auch mit einem größeren Rangieraufwand verbunden ist. „Wir sind optimistisch, dass in absehbarer Zeit eine Lösung gefunden und eine Erhöhung der Anlegekapazitäten geschaffen werden kann“, so Anne Schumann-Dreyer und Herbert Bocklet abschließend.