CDU Stadtratsfraktion Koblenz

Zentralplatz: Keine Einigkeit, aber Mehrheit

Fronten bleiben verhärtet – Größter Teil der CDU, SPD und FBG mit Gestaltung einverstanden – Vor allem Grüne, BIZ und FDP äußerten deutliche Kritik

Dass die Änderungen an der Fassade des geplanten Zentralplatz-Centers alle Kritiker würde überzeugen können, damit war nicht zu rechnen. Dasselbe gilt für die Konzeption der Freifläche. Anders aber als in der Dezembersitzung gab es weniger Anlehnung aus den Reihen der CDU – und die FBG stimmt auch mit Ja. Damit stand die Mehrheit.

KOBLENZ. Mehrheiten für die Fassaden- und Freiflächengestaltung des Forums Mittelrhein – doch wie sehen es die Fraktionen im Einzelnen? Ein Überblick.


Die CDU stimmte mehrheitlich beidem zu – wenn auch nicht geschlossen. Monika Sauer stellte fest, dass es zwar traurig sei, dass die Glasfassade nicht weiterentwickelt werden konnte. Aber: Der neuen Variante könne die Mehrheit der Union zustimmen. Das sah Hans-Jörg Assenmacher anders: Das Vorgelegte sei ein Verlust in der Wertigkeit und entspreche unverändert nicht dem, was man sich vorgestellt habe. Er bleibe bei seinem Nein – und zwar auch bei der Platzgestaltung. Diese sei einfach nicht rund. “Der Platz ist ein Plätzchen”, meinte er.

Die SPD sah es völlig anders und stimmte geschlossen zu. Die Ausführungen des Investors, warum eine “echte” Begrünung des Centers nicht möglich sei, hielt Parteichef Christian Altmaier für sehr überzeugend. Wegen unterschiedlicher Sonnen- und Lichtverhältnisse werde sich kein einheitliches natürliches Grün ergeben können, wie es erhofft werde. Und: Die geschlossene Glasfront würde wie ein Spiegel wirken.

Die Grünen überzeugte das Argument nicht. Spiegeln werde sie nicht, wenn sie bedruckt sei, betonte Fraktionsvize Hans-Peter Ackermann. An der ablehnenden Haltung der Grünen habe sich nichts geändert. Was auch für die Platzgestaltung galt, wie Fraktionschefin Andrea Mehlbreuer ergänzte. “Die grüne Mitte wird nicht realisiert”, sagte sie, “daher können wir nicht zustimmen.”

Die BIZ konnte und wollte auch nur dieser Argumentation, den Planungen aber ebenfalls nicht zustimmen. “Wir haben die Fassade bei der ersten Vorstellung dem Typ nach abgelehnt”, betonte Edgar Kühlentahl. Auch bei dem neuen Entwurf blieben alle Kritikpunkte bestehen. Und der Platz? Für Fraktionschef Dr. Michael Gross eine Mogelpackung. “Es entsteht in Mini-Platz mit einem Maxi-Einkaufscenter.”

Die FDP hat die Zeit zwischen der Dezembersitzung und der am Donnerstag genutzt, um noch einmal mit dem Architekten zu reden, wie Fraktionschefin Birgit Hoernchen berichtete. Man habe sich viele Gedanken gemacht, doch auch bei den Liberalen habe sich kein neues Bild ergeben. Daher: Nein zur Fassade, Nein zum Platz.

Die FBG dagegen hat einen Stimmungswandel vollzogen. das Gelbe vom Ei sei das grüne Band nach wie vor nicht, meinte der Fraktionsvorsitzende Manfred Gniffke. Man habe sich letztlich aber überzeugen lassen – damit es in der Sache weitergehe. Zustimmung also zur Fassade und zum Platz – wobei den Freien Bürgern wichtig sei, dass der Wochenmarkt auch wirklich umgesetzt werde.

Die Stadt zeigte sich zufrieden, dass beide Hürden den Rat passiert haben. Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann betonte, es habe viele Gespräche im Vorfeld gegeben, die Architekten hätten weitergearbeitet. Und: Die Platzfläche werde so gestaltetet, dass auch ein Markt jederzeit möglich sei. Ingo Schneider

RZ Koblenz & Region vom Samstag, 6. März 2010, Seite 20.