CDU Stadtratsfraktion Koblenz

Seilbahn doch auf Dauer?

Rettet die Seilbahn: Aus den Reihen der CDU-Fraktion um die Vorsitzende Anne Schumann-Dreyer (rechts) und den wirtschaftspolitischen Sprecher Mark Scherhag (2. von rechts) wurde jetzt die Initiative 'Pro Seilbahn' gegründet.  Foto: Ingo Schneider

Initiative will Rheinquerung unbefristet erhalten

Die entscheidende Phase des Seilbahnbaus hat begonnen – da meldet sich pünktlich zum Seilzug eine Initiative aus der Mitte des Stadtrats, die sich mit einer Rheinquerung auf Zeit nicht abfinden will.

KOBLENZ. Die Initiative “Pro Seilbahn” sammelt seit gestern Unterschriften in Koblenz. Ihr Ziel: Die Seilbahn zwischen linker Rheinseite und dem Festungsplateau soll zur Dauereinrichtung werden. Eigentlich hat diese nur eine begrenzte Lebenszeit (die RZ berichtete).

Die Initiative geht von einigen Mitgliedern der CDU-Stadtratsfraktion aus, ist aber keineswegs als “parteiinterne Veranstaltung” gedacht. Ganz im Gegenteil: “Sie soll überparteilich sein”, betont Fraktionschefin Anne Schumann-Dreyer. Und so gehörten beispielsweise auch FBG-Fraktionschef Manfred Gniffke und FDP-Ratsmitglied Michael Bordelle zu den ersten, die gestern auf den Listen der CDU unterschrieben haben. Viele weitere sollen folgen: Bis zum Ende der Gartenschau wird gesammelt. Zunächst im Fraktionsbüro der CDU, bald aber auch in den Stadtteilen.

“Wir wurden oft von Bürgern angesprochen”, erläutert Schumann-Dreyer die Idee. Wenn schon so ein Bauwerk installiert werde, mit durchaus unliebsamen Begleiterscheinungen wie Baumfällungen, dann sei es doch aber sinnvoll, es auf Dauer anzulegen. “Schon aus ökologischen Gesichtspunkten”, erinnert die CDU-Chefin. Der Transport ohne Bus oder Auto sei auch weit über das Jahr 2011 hinaus eine sinnvolle Sache.

Und nicht zu unterschätzen sei der touristische Aspekt, wie Mark Scherhag betont. “Der Tourismus ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor in Koblenz”, gibt der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion zu bedenken. Und Koblenz werde durch die Seilbahn dauerhaft attraktiver – die Fahrt über dem Welterbetal sei ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt.

Und dieses zu nutzen, muss nach Einschätzung von Anne Schumann-Dreyer auch im Interesse des Landes liegen. Der Hintergrund: Zwei Millionen Besucher jährlich sind am Deutschen Eck zu verzeichnen, etwa 450 000 auf der Festung. Durch die attraktive Anbindung könne der Ehrenbreitstein nur profitieren. Zumal Ausflugsschiffe in Koblenz oft nur einige Stunden anlegen, die Zeit zum Festungsbesuch arg knapp bemessen ist, will man mit den herkömmlichen Verkehrsmitteln dorthin gelangen.

Und warum die Unterschriftensammlung zu einem so frühen Zeitpunkt? “Wir brauchen den Vorlauf, wenn wir das Ziel erreichen wollen”, meint Schumann-Dreyer. Schließlich müsse alles mit der Unesco abgestimmt werden – und das koste seine Zeit.

Die ersten Reaktionen unter den Zuschauern beim Hubschrauberflug gestern waren durchweg positiv, wie Mark Scherhag berichtet. Jetzt gelte es, möglichst viele Unterschriften zu sammeln.

Ingo Schneider