Frauen können viel bewegen

CDU-Frauen: Einsatz in der Kommunalpolitik lohnt sich
„Die Kommunalpolitik kann auf das Wissen und den Erfahrungsschatz von Frauen nicht verzichten. Wenn Frauen sich einbringen, dann ist das gut für die Frauen, für die Stadt und für die Gesellschaft“. Das erklärten Anne Schumann-Dreyer, Fraktionsvorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion und Angela Keul-Göbel, Vorsitzende der Frauen-Union, als Referentinnen einer weiteren Gemeinschaftsveranstaltung der CDU-Stadtratsfraktion Koblenz und der Frauen Union. In der Reihe „Frauenpolitik – Politik von Frauen für Frauen“ ging es im Café Rheinanlagen dieses Mal hauptsächlich um die Kommunalpolitik.
Die CDU trete auch vor Ort für eine moderne Gleichstellungspolitik ein. Sie sei die Voraussetzung für Wachstum und sozialen Zusammenhalt, sagte die Fraktionsvorsitzende. Die gleichberechtigte Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben müsse ebenso selbstverständlich werden wie die gerechte Aufteilung zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit unter den Geschlechtern.
Neun der derzeit insgesamt 25 Sitze der Christdemokraten im Stadtrat und somit jeden dritten Platz besetzen Frauen. Sie haben eine andere Sichtweise als die männlichen Kollegen und dies wirke sich positiv auf die Arbeitsergebnisse aus, berichtete Anne Schumann-Dreyer. Sie ermutigte Frauen, sich in der Politik zu engagieren und alle Frauen, die dies nicht möchten, zumindest durch ihre Stimme bei der Wahl verstärkt die Frauen zu unterstützen.
Dass man sehr gut organisiert sein muss und einen verständnisvollen Partner braucht, wenn man sich neben Beruf und Familie noch ehrenamtlich engagieren will, schilderte die Vorsitzende der Frauen Union aus eigenem Erleben. Angela Keul-Göbel skizzierte das Problem, dass heute nicht nur hier, sondern auch in anderen Organisationen zunehmend weniger jüngere Frauen aktiv sind.
Mehr als bisher müssten Frauen in den männerdominierten Bereichen wie Bauen, Planen von Baugebieten und Verkehrsproblemen beteiligt werden, forderte Angela Keul-Göbel. Die Kommunalpolitik könne viel dafür tun, dass Frauen in einer sicheren Umgebung leben. Bei dem Ausbau von Kindertagesstätten, Krippen, Horten, dem Angebot von Tagesmüttern, der Sanierung der Spielplätze, der Integration von Migrantinnen und Migranten sei die Stadt vorbildlich, wenn auch alles immer noch verbessert werden könne, so Anne Schumann-Dreyer.
„Frauen müssen die Ellbogen auspacken, einen langen Atem haben und dürfen den Kopf nicht einziehen“, ermunterte CDU-Ratsfrau und sportpolitische Sprecherin der Fraktion Monika Sauer.
Noch weitere Verbesserungen sind nach Ansicht der CDU- und FU-Frauen bei den Öffnungszeiten von Kindergärten und der Organisation der Ganztagsschulen notwendig. Sie seien vor allem für alleinerziehende berufstätige Mütter oft problematisch. „Welcher Arbeitnehmer hat schon sechs Wochen Urlaub im Jahr?“ fragte Monika Sauer und plädierte: Kindergärten müssten das ganze Jahr über geöffnet sein.
„Der Einsatz von Frauen in der Kommunalpolitik lohnt sich“, unterstrich auch CDU-Ratsmitglied Edith Hoernchen, die gerade aus einer Ausschusssitzung kam, in der sie sich für die zusätzliche Einrichtung von Betriebskindergärten einsetzte.
Die Runde, an der interessierte Frauen anderer Organisationen, Einrichtungen und Vereinigungen teilnahmen, diskutierte auch lebhaft die Chancen von Frauen im Beruf sowie das Rollenverhalten. Fazit: Für einen gleichberechtigten Umgang von Mann und Frau sollten schon in der Familie die Weichen richtig gestellt werden.