Frauenpolitik – Politik von Frauen für Frauen

Zur ersten Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Frauenpolitik – Politik von Frauen für Frauen“ konnten Angela Keul-Göbel, Vorsitzende Frauen-Union Koblenz (FU) und Anne Schumann-Dreyer, CDU-Fraktionsvorsitzende im Cafe Rheinlagen zahlreiche interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. In seinem Grußwort betonte CDU-Kreisvorsitzende Leo Biewer, dass in Fraktions- und Parteivorstand in Koblenz der angestrebte Frauenanteil von 33 % erreicht wird.
„Vor neunzig Jahren durften Frauen zum ersten Mal wählen“, begann Julia Klöckner ihren Vortrag. Inzwischen haben Frauen vieles erreicht. Dafür, dass Frauen in der Politik überhaupt mitmischen durften sorgte am 15. Mai 1908 das Inkrafttreten des Reichsvereinsgesetzes – auch Frauen konnten sich nun in politischen Parteien und Vereinen engagieren.
Was macht Frauen erfolgreich? „Ehrgeiz gepaart mit Leidenschaft“, sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, „sich nicht verbiegen lassen“, sagt Moderatorin Sarah Kuttner. Und was sagen Männer, was sie von Frauen gelernt haben? „Zielstrebigkeit, Kreativität und Intelligenz“, so Unternehmensberater Roland Berger.
In der Politik können Frauen inzwischen eine Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel vorweisen. Doch weltweit registriert die Statistik nur 8 % Staatslenkerinnen. Wie können Frauen weiter gefördert werden?
Der spanische Regierungschef José Luis Rodrigues Zapatero („Ich bin Feminist“) verordnete Wirtschaft und Politik seines Landes eine Frauenquote von 40 %. Es setzt sich die Erkenntnis durch: Geteilte Macht ist doppelte Macht. Erst wenn Frauen nicht nur mitreden, sondern gemeinsam mit Männern die Geschicke der Gesellschaft lenken, kommt es zu jenem Werte- und Bewertungswandel, für den Generationen von Feministinnen und Gleichstellungsbeauftragten in ermüdenden Ritualen mit mäßigem Erfolg gestritten haben.
Trotz versöhnlicher Bilanzen: Es gibt sie noch, die unsichtbaren Mechanismen, die Frauen am Aufstieg hindern. Niemand bestreitet, dass Frauen dort, wo sie zum Zuge kommen, mit Männern auf Augenhöhe arbeiten oder sie inhaltlich und hierarchisch überflügeln. Aber wieso sollen sie sich gleichberechtigt fühlen, solange unter 194 Vorständen in deutschen DAX-Unternehmen genau 1 (in Worten: eine) Frau sitzt? Solange in den DAX-Notierten gerade mal 67 weibliche Vertreterinnen mit 469 Männern diskutieren? Und der Anteil weiblicher Topmanager Anfang 2008 im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 5,6 & zurückfiel?
„Brauchen wir eine neue Frauenbewegung?“ war die provozierende Frage, die zu einer anregenden Diskussion führte.
„Ehrgeiz ist in der Politik erforderlich“, so die These von Angela Keul-Göbel. Man muss schon wollen. Aber was machen Frauen mit ihrem Ehrgeiz? Sie stoßen bald an das, was die „Gläserne Decke“ genannt wird. Sie bleiben stecken in ihrer Karriere und wissen nicht warum. „Frauen müssen in ihren Forderungen hartnäckig sein“, betont Anne Schumann-Dreyer. Aber diese Hartnäckigkeit wirkt für Männer bedrohlich.
Es geht um Lebensformen, um Rollenbilder, es geht um das Verhältnis von Frauen zueinander, von Frauen zu Männern, von Eltern zu Kindern, es geht um Fragen, die in jeder Stunde eines jeden Tages eine Rolle spielen. „Und es geht um den demographischen Wandel, also die Zukunft von Deutschland“, ergänzten Edith Hoernchen und Monika Artz.
„Wir leben in einer spannenden Zeit, und jetzt sind auch Frauen die treibenden Kräfte der Gesellschaft“, brachten sich die anwesenden männlichen Teilnehmer Andreas Biebricher und Peter Balmes in die Diskussion ein.
Mit einem Dank an die Referentin Julia Klöckner, MdB und die eifrig mit diskutierenden Gäste verabschiedeten sich die Einladenden bis zur nächsten Veranstaltung am Mittwoch, 6. Mai 2009 um 18.00 Uhr im Cafe Rheinanlagen mit den Referentinnen Anne Schumann-Dreyer und Angela Keul-Göbel zur Kommunalpolitik aus Sicht und zum Wohl der Frauen. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen.