CDU Stadtratsfraktion Koblenz

Ab 2010 mit dem Zug in die Stadt

Schienenhaltepunkt Mitte soll zum Fahrplanwechsel in zwei Jahren fertig sein – Ausschreibung wird derzeit vorbereitet

Der Bahnhaltepunkt in der Koblenzer Stadtmitte ist ein wichtiger Punkt bei der Planung der Bundesgartenschau 2011. Bis dahin sollen Bahnreisende gleich hinter dem Löhr-Center aussteigen können. Im Rathaus zeigt man sich optimistisch.
KOBLENZ. Der Schienenhaltepunkt Mitte soll zum Fahrplanwechsel 2010 in Betrieb genommen werden. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass der neue Haltepunkt hinter dem Löhr-Center wie geplant fertiggestellt werden kann und zur Bundesgartenschau 2011 zur Verfügung steht. Eine weitere Hürde ist genommen: Die Offenlage der Pläne ist abgeschlossen, Einsprüche dagegen gab es nicht, wie Stadtpressesprecher Thomas Knaak auf Nachfrage der RZ berichtet.

Die CDU-Fraktion hatte sich bei der Verwaltung nach dem Planungsstand erkundigt. In seiner Antwort machte Baudezernent Martin Prümm (CDU) deutlich, dass zwar noch einige Planungsschritte bevorstehen. Aber: Nach dem Stand des Verfahrens geht er davon aus, dass die Vorlage des Planfeststellungsbeschlusses noch vor dem Jahresende bereitstehen soll. Und: “Es ist vorgesehen, die Ausschreibung und Vergabephase zwischen Juli und Anfang Oktober durchzuführen, um den Baubeginn im vierten Quartal 2008 zu realisieren.”

Verzögerungen (”Geringe”, so Prümm) gebe es bei den von der Bahn zu erbringenden Leistungen. “Die Abläufe innerhalb des Konzerns können durch die Verwaltung nicht beeinflusst werden.”

Die Planfeststellungsunterlagen und die Kostenberechnung liegen derzeit beim Landesbetrieb Mobilität und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau zur Prüfung vor. Der im Haushalt angesetzte Betrag für den Schienenhaltepunkt beläuft sich auf knapp 9,2 Millionen Euro. Kalkuliert waren die Gesamtkosten allerdings mit 10,4 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung bereits zwei Vorschläge zur Kostenreduzierung gemacht: vorerst auf Aufzüge in der nördlichen Personenunterführung zum Haltepunkt hin verzichten, die eigentlich geplante Fußgängerbrücke über den Wöllershof nicht als Bestandteil des Buga-Budgets betrachten und gegebenenfalls später bauen.

Noch offen ist die Frage der Ausschreibung. “Die Vergabepakete werden derzeit erarbeitet und abgestimmt”, berichtet Martin Prümm. Erst dann wisse man sicher, ob deutschland- oder europaweit ausgeschrieben werden muss.

Der CDU ist die Antwort des Baudezernenten insgesamt zu schwammig. “Ich hätte mir konkretere Aussagen gewünscht”, sagt die stellvertretende Fraktionschefin, Angela Keul-Göbel. Prümm spreche davon, man sei “bestrebt” und es “sei vorgesehen”. Und ob man letztlich das Kostenbudget einhalten kann, sei gar nicht erwähnt. Keul-Göbel: “Das Informationsmanagement lässt zu wünschen übrig.”

Schwammig oder nur vorsichtig formuliert? Aus Sicht von Pressesprecher Knaak läuft derzeit alles nach Plan. Ziel sei es, den Haltepunkt 2010 in Betrieb zu nehmen. “Und wenn nichts Schlimmes mehr passiert, dann klappt das auch.” Ingo Schneider

Quelle: Rhein-Zeitung – Ausgabe Koblenz und Region vom 10.07.2008