CDU Stadtratsfraktion Koblenz

Marketing für Koblenz bündeln

CDU fordert einheitliches Konzept als Klammer – Wurde zu viel Zeit vertan?

KOBLENZ. Wann gibt es für Koblenz endlich ein Stadtmarketingkonzept? Die Frage birgt viel Zündstoff. Das weiß auch Hans-Jörg Assenmacher. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion ist sehr enttäuscht darüber, dass immer noch keine Ergebnisse vorliegen.
Ein Blick zurück: Im Juni 2006 hatte der Stadtrat grundsätzlich den Weg für die Erstellung eines Stadtmarketingkonzeptes frei gemacht. Anschließend war unter Führung der Koblenz-Touristik ein überschaubarer interfraktioneller Arbeitskreis gebildet worden. Dieser Kreis, dessen Aufgabe es war, konkrete Ergebnisse zu erarbeiten, habe nur zweimal getagt – zuletzt vor mehr als einem Jahr, so Assenmacher bei seiner gestrigen Pressekonferenz. Dabei ging es vor allem um eine bessere Koordination von Marketingaktivitäten der Stadt. Dabei stellte Assenmacher klar, dass es ihm durchaus darum gehe, Erfolgsdruck von außen aufzubauen. “Immer wieder erleben wir, dass die Verwaltung Ratsbeschlüsse nur schleppend umsetzt”, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, der an das Beispiel Regensburg erinnerte. In der Donaustadt ist es gelungen, durch gebündelte Marketingaktionen auch überregional zu punkten.

Die Konferenz machte deutlich: Obwohl mittlerweile ein Experte aus Regensburg in Koblenz vorstellig war, ist man offenbar noch weit vom bayerischen Vorbild entfernt. Liegt dies vielleicht etwa daran, dass an Rhein und Mosel zu viele Verantwortliche ihr eigenes Süppchen kochen? Für Hans-Jörg Assenmacher ist das nicht die entscheidende Frage. Das Ratsmitglied sucht die Reibungsverluste vielmehr im System. An Beispielen des Amtes für Wirtschaftsförderung und der Koblenz-Touristik arbeitete Assenmacher heraus, dass zu viele Marketingmaßnahmen isoliert erfolgen. Er kritisierte, dass zu wenig unternommen werde, um renommierte Einrichtungen wie die Rheinische Philharmonie und das Ludwig Museum im Rahmen eines vernünftigen Kulturmarketings auch überregional wahrnehmbar zu machen.

Selbst die Buga erreicht für Assenmacher nicht ihr Ziel, wenn sie nicht in eine übergreifende Strategie eingebunden wird. Nach Ansicht des CDU-Politikers werden die Defizite schon allein an der Tatsache sichtbar, dass es noch nicht gelungen sei, der Stadt in ihrer Außendarstellung ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben. Sein Fazit: Zu viel wird auf die lange Bank abgewälzt, zu viele externe Gutachten werden in Auftrag gegeben. Dabei hat die Stadt selbst Kompetenzen und Kapazitäten – vorausgesetzt, sie werden von einer starken Hand geordnet und gebündelt. (ka)

Quelle: Rhein-Zeitung – Ausgabe Koblenz und Region vom 02.07.2008, Seite 13.