CDU Stadtratsfraktion Koblenz

Görtzstraße: Ausbau noch fern

CDU lud Karthäuser Anwohner zu einer Bürgerversammlung ein – Laut Stadt muss “Löwentor” vorgezogen werden

Löcher und Untiefen zieren die Görtzstraße. Ihr Ausbau stand im Mittelpunkt einer Bürgerversammlung, zu der die CDU Karthause eingeladen hatte. Die einhellige Forderung der Anlieger lautet: Die Maßnahme duldet keinen Aufschub mehr. Die Altkarthäuser sparten nicht mit Kritik an der Stadtverwaltung.
KARTHAUSE. Die Görtzstraße auf der Altkarthause gehört auf der Prioritätenliste der sanierungsbedürftigen Koblenzer Straßen an die oberste Stelle. Das meinen zumindest die Anwohner. Ihren Unmut bekundeten sie bei einer Bürgerversammlung, zu der der CDU-Ortsverband in die Gaststätte “Zum Postillion” eingeladen hatte. Löcher und Untiefen in der Fahrbahn sind vor allem für Fahrradfahrer eine Gefahr. “Es ist ein Wunder, dass sich hier noch kein Kind das Genick gebrochen hat. Muss erst ein Unfall passieren?”, machte sich ein Teilnehmer Luft. Was die Gemüter vor allem erhitzt, ist die lange Zeit, die die Anlieger bereits vergeblich auf Abhilfe warten. Denn schon vor drei Jahren standen die Planungsmittel für den Ausbau der Straße im städtischen Haushalt, aber dann kam alles ganz anders. Nun soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung zunächst die Kanalisation der Straße “Am Löwentor” erneuert werden. den Grund dafür wollten die kritischen Bürger am Dienstagabend ganz genau erfahren.
Walter Gombert, der Leiter des städtischen Tiefbauamtes und zugleich Leiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung, stand der äußerst engagierten und diskussionsfreudigen Versammlung Rede und Antwort. “Die Görtzstraße ist dringend erneuerungsbedürftig”, so auch sein Urteil. Sie lediglich mit einer neuen Fahrbahndecke zu überziehen, sei allerdings technisch nicht möglich, weil der Untergrund dafür nicht stabil genug sei. Eine grundlegende Sanierung ist notwendig, erläuterte der Fachmann. Und zu dieser gehöre, zunächst die Entwässerungsprobleme zu lösen.

Wenn die Straße ausgebaut werden soll, dann gleich richtig, wünschen sich die Anlieger. Einige von ihnen haben bereits leidvolle Erfahrung mit Rückstaus und Wasser in ihren Kellern gemacht. “Die ganze Sache ist nicht richtig geplant und nicht ausgegoren”, urteilten sie. “Wir Bürger fühlen uns verschaukelt”, schimpfte ein Altkarthäuser.

Anne Schumann-Dreyer, die Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, sagte: “Wir spüren den Unmut.” Auch sie wollte den Ablauf der Kanalisationsarbeiten “Am Löwentor” und in der Görtzstraße plausibel erklärt bekommen. Es ergebe keinen Sinn, wenn nach dem Verlegen des neuen Kanals die Straßendecke provisorisch geschlossen werde und die Fahrbahn später für den Straßenausbau erneut aufgerissen werden müsse. Und dies verbunden mit monatelangen Straßensperren. Alle nötigen Maßnahmen, vom Kanal über Versorgungsleitungen von EVM und Kevag bis hin zur Fahrbahnerneuerung, sollten parallel verlaufen, forderte sie.

Aktuell sind im städtischen Haushalt weder die Mittel für die Kanalisation noch für den Ausbau der Görtzstraße eingestellt, informierte Walter Gombert. Vorhanden sind dagegen die Mittel für die Entwässerungsmaßnahmen “Am Löwentor”. Die Ausschreibung für diese Maßnahme läuft. Im August soll der Auftrag vergeben, im September mit den Arbeiten begonnen werden.

Die Bürger, die drei Karthäuser Ratsmitglieder, Monika Artz, Claudia Probst und Fraktionsvize Hans-Jörg Assenmacher, sowie die Ratsfraktion verlangen von der Verwaltung, dass der Ausbau der Görtzstraße im Entwurf des Haushaltes 2009 festgeschrieben wird, betonte der Ortsverbandsvorsitzende Daniel Mies.

Breiten Raum nahmen in der Diskussion die Anliegergebühren ein. Wie sie berechnet werden und ob es eine wiederkehrende Pauschalabgabe für die ganze Stadt geben werde, wollte ein Teilnehmer wissen. Letztere, beruhigte Walter Gombert, wird in Koblenz nicht so schnell kommen. Auf die Anlieger kommen bei einem Straßenausbau jedoch noch andere Ausgaben zu, klärte er auf. Sie müssen ihre Häuser künftig mit einem Kontrollschacht versehen und an den Grundstücksgrenzen Kastenrinnen oder entsprechendes Dränagepflaster anlegen. Der Leiter des Tiefbauamtes sagte zu, dass die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen werde. Ein Instandsetzungstrupp soll die schlimmsten Löcher in der Görtzstraße demnächst ausbessern.

Christine Vary

Quelle: Rhein-Zeitung – Ausgabe Koblenz und Region vom 26.06.2008, Seite 16.