Ein Preis für Schultheater
Koblenzer Rat gibt grünes Licht für CDU-Idee
Die Sanierung der Bühnentechnik im Koblenzer Stadttheater ist beschlossene Sache. 2,6 Millionen Euro fließen, der Rat stimmte dem geschlossen zu. Doch nicht nur von technischer Seite beschäftigte sich die Politik mit der Zukunft des Theaters: Mit einem neuen Preis will der Rat dafür sorgen, dass der Bühne der Schauspielernachwuchs nicht ausgeht.
KOBLENZ. Die besten Schülertheater der Stadt werden bald mit dem “Schängelpreis” ausgezeichnet. Dem Antrag der CDU-Fraktion stimmte der Stadtrat am späten Donnerstagabend geschlossen zu. Die Details, wie Finanzierung und Modalitäten, sollen im Kulturausschuss am Freitag, 30. November, weiter erarbeitet werden.
Die Idee ist eine Prämierung, die alle zwei Jahre vorgenommen werden soll. In den anderen Jahren werden Preise in der Kategorie Schulmusik vergeben. Die erste Auszeichnung für Schülertheater ist für das Schuljahr 2008/2009 vorgesehen.
Signal für Nachwuchs setzen
“Koblenz verfügt über eine lange und besonders gute Tradition im Bereich der Jugendförderung durch Theater”, begründete Jens Wehran (CDU) den Antrag seiner Fraktion. “Wir versprechen uns von dem ,Schängelpreis‘ eine erhebliche Signalwirkung für die Schulen.” So mag es aus Sicht von Hans-Jörg Assenmacher sein, dass die Resonanz im ersten Jahr noch nicht so groß sein könnte. “Es wird dann aber immer mehr”, ist der Fraktionsvize der CDU überzeugt.
Positive Effekte sieht die Union für die gesamte Stadt. Und natürlich für die Schulen selbst: “Der Preis”, so Wehran, “darf nur für die Förderung der jeweiligen Schule verwendet werden.”
“Die Verwaltung unterstützt grundsätzlich den vorliegenden Antrag”, stellte Kulturdezernent Detlef Knopp (Grüne) fest. Allerdings sieht man noch Klärungsbedarf. Insbesondere die Finanzierung bereitet Knopp Magenschmerzen.
7500 Euro Preisgeld jährlich
Nach Vorstellung der CDU soll die jeweils beste Leistung mit 3000 Euro, die zweitbeste mit 2000 Euro und die drittbeste mit 1000 Euro belohnt werden. Dazu soll es einen Sonderpreis für Grundschulen in Höhe von 1500 Euro geben. “Insgesamt wird jährlich also ein Preisgeld in Höhe von 7500 Euro benötigt”, rechnet Knopp vor.
Mittel, die im Haushalt der Stadt nicht enthalten sind. Die im Übrigen eine sogenannte freiwillige Leistung der Stadt darstellen – und als solche die Kritik der Aufsichtsbehörde in Trier nach sich ziehen dürften. “Wir sind für die Idee”, betonte auch Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann (SPD). Nur die Frage der Finanzierung müsse noch beantwortet werden.
Knopp: “Es wird deshalb vorgeschlagen, eine Finanzierung aus Stiftungs- oder Spendenmitteln vorzusehen und entsprechend verwaltungsintern zu prüfen.” Im Kulturausschuss sollen jetzt die Details geklärt werden – wie etwa auch die Besetzung der Jury. Ingo Schneider
Quelle: Rhein-Zeitung – Ausgabe Koblenz Stadt vom 10.11.2007, Seite 25.