Zentralplatz: Wettbewerb beginnt

Auslobungstext wurde jetzt beschlossen – Acht Architekturbüros gehen an die Arbeit – Stadtchef: Entscheidung im Januar

Gutachten, Gegengutachten, Stellungnahme zum Gegengutachten: Die Diskussionen um die Zukunft des Koblenzer Zentralplatzes und die Verträglichkeit der derzeitigen Planungen für die Innenstadt gehen derzeit fast täglich in die nächste Runde. Wie soll es aussehen, das „Mittelrheinforum Koblenz“? Jetzt sind die Architekten gefragt.

KOBLENZ. Der Architektenwettbewerb für den „neuen“ Zentralplatz kann beginnen: Hinter verschlossenen Türen verabschiedete der Koblenzer Stadtrat den Auslobungstext, der jetzt an acht Architekturbüros aus Deutschland, Spanien und den Niederlanden geht. Diese sollen jetzt ihre Vorstellungen für das „Mittelrheinforum Koblenz“ entwickeln – das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Investor Züblin, das bis zur Buga stehen soll.
„Wir waren uns von vornherein im Klaren darüber, dass so ein großes Projekt nur in Form eines Architektenwettbewerbs umgesetzt werden kann“, betonte Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann (SPD) gestern bei einer Pressekonferenz. Mit deutlicher Mehrheit habe man sich auf den rund 50-seitigen Text geeinigt, der die Zielvorgaben für das Forum festlegen soll. Dieses soll als kombinierter Kultur-, Tourismus- und Handelsstandort mit einer attraktiv gestalteten öffentlichen Platzfläche und einem Architekturwahrzeichen auf der Dachfläche entstehen. Es soll eine „Scharnierfunktion“ zur Altstadt übernehmen.

Die Vorgaben in Zahlen:

  • 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche,
  • 1300 Quadratmeter Multifunktionssaal, 4500 Quadratmeter Mediathek, 2800 Quadratmeter Mittelrhein-Museum mit Depots, 900 Quadratmeter Präsentations- und Informationszentrum Mittelrhein, 2000 Quadratmeter Service-Center.
  • Bis zu 1000 Stellplätze sollen entstehen. Züblin hat sich bereit erklärt, nicht nur das Hertie-Haus, sondern auch das Parkhaus zurückzubauen, um in der Gestaltung des Platzes frei zu sein.

Gibt es ein Gebäude oder mehrere, wo werden diese stehen? Details, die aus Sicht von Rainer Maria Schäfer, Bereichsleiter der Züblin Development GmbH, noch offen sind. „Wir müssen viele Fragen jetzt erst auf der qualitativen Ebene lösen, bevor wir uns über die quantitative unterhalten können.“

„Ich bin gespannt, was uns die Stararchitekten der Welt für Koblenz vorschlagen“, sagte der OB. Im Januar 2008, so hofft er, könne die Jury die Sieger in einer zweitägigen Sitzung ermitteln. Sieben Stimmen wird es in der Jury geben: Drei Vertreter der Firma Züblin, der OB und Baudezernent Martin Prümm (CDU) werden jeweils eine Stimme haben. Dazu wird es eine Stimme für eine Gruppe von sieben Ratsmitgliedern geben. Das Innenministerium wird auch vertreten sein.

Rat und Züblin werden für einen Entwurf der vorderen drei Plätze entscheiden, wie Jürgen Czielinski, Chef des Amts für Wirtschaftsförderung, erläutert. Sehr früh sollen im Planverfahren die Vorgaben des GMA-Gutachtens umgesetzt werden, welche Art von Einzelhandel in welchem Prozentsatz untergebracht werden kann, kündigt Baudezernent Prümm an. Und: Es könne nur Einzelhandel und Kultur zusammen geben, betont Kulturdezernent Detlef Knopp (Grüne).

Ein Punkt, der auch der CDU sehr wichtig war. Sie wollte in der nicht öffentlichen Sitzung durch einen Antrag sicherstellen, dass es einen Neubau ohne Kultur nicht geben wird. „Der OB äußerte formale Bedenken“, berichtet Fraktionsvize Hans-Jörg Assenmacher. Die CDU zog den Antrag zunächst zurück und will ihn in der nächsten Ratssitzung stellen – im öffentlichen Teil. Ingo Schneider

Quelle: Rhein-Zeitung – Ausgabe Koblenz Stadt vom 07.07.2007, Seite 11.